West Rim Trail
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Der West Rim Trail gehört zu den großen Wanderwegen des Zion Nationalparks und führt auf einer langen Route vom Zion Canyon zum Lava Point im Norden des Parks und durchquert dabei die unterschiedlichsten Landschaftsräume. Während der südliche Abschnitt vor allem durch den spektakulären und stark frequentierten Aufstieg zum Scout Lookout geprägt ist, zeigt sich der Trail weiter nördlich von einer ganz anderen Seite. Hier erlebt man die Dramatik und Vielfalt der wilden Natur in völliger Abgeschiedenheit.
Der extrem steile Aufstieg aus dem Zion Canyon erfolgt zunächst über denselben Weg, der auch zu Angels Landing führt. Bis zum Scout Lookout herrscht entsprechend starker Besucherverkehr. Wer von dort nicht zum berühmten Gipfel weiterwandern kann oder möchte und noch genügend Kraft verspürt, sollte die Möglichkeit nutzen, dem West Rim Trail in nördlicher Richtung zu folgen. Dabei nimmt die Zahl der Wanderer schlagartig ab. Während die Menschenmengen rund um den Scout Lookout zurückbleiben und sich Angels Landing zuwenden, findet man sich bald in absoluter Einsamkeit wieder.

Der Trail führt zunächst durch die imposante Felslandschaft hoch über dem Zion Canyon. Immer wieder öffnet sich der Blick auf gewaltige Sandsteinwände und tief eingeschnittene Seitenschluchten, während der Weg über offene Felsflächen und zwischen lichten Nadelwäldern verläuft und dabei tendenziell immer weiter ansteigt. Je weiter man sich vom Scout Lookout entfernt, desto stärker tritt dabei die ursprüngliche Natur des Zion Nationalparks in den Vordergrund. Von den spektakulären, aber stark frequentierten Zielen im unteren Canyon ist schon bald nichts mehr zu spüren. Auch der West Rim Trail ist nichts für schwache Gemüter. So führt die Route stellenweise dicht an Abgründen vorbei, bei denen man sich besser keinen Fehltritt erlauben sollte.

Nach mehreren Meilen erreicht der West Rim Trail die Hochflächen des Zion. Die Landschaft wird hier offener und zugleich weitläufiger. Zwischen ausgedehnten Waldgebieten erheben sich markante Felsformationen, und immer wieder ergeben sich Ausblicke über die zerklüftete Umgebung. Der Trail verläuft durch ein abwechslungsreiches Mosaik aus Wald, Felswänden und tiefen Schluchten. Daran ändert sich bis zum nördlichen Endpunkt am Lava Point kaum etwas.
Aufgrund der Länge des Weges und des stetigen Wechsels von Anstiegen und Gefällestrecken ist eine Wanderung eine enorme körperliche Herausforderung. Der komplette West Rim Trail eignet sich daher vor allem für erfahrene Wanderer und Backpacker, die mehrere Tage in der Wildnis unterwegs sein möchten. Entlang der Route befinden sich ausgewiesene Backcountry-Campsites.
Für Tageswanderer lohnt es sich, dem West Rim Trail nach Norden bis zur Abzweigung des Telephone Canyon Trail vom Hauptweg zu folgen und dort nach einer ausgiebigen Pause umzukehren. Dabei erlebt man den Zion Nationalpark in einer Ursprünglichkeit und Einsamkeit, die man angesichts der enormen Popularität des Zion Canyons kaum für möglich gehalten hätte.

West Rim Trail Fakten
Trailhead: Der West Rim Trail kann von The Grotto im Zion Canyon oder vom West Rim Trailhead am Lava Point im Norden des Nationalparks begangen werden. Wer nur einen Teil der Route als Tageswanderung absolvieren möchte, startet zweckmäßigerweise im Zion Canyon.
Länge: 14,2 Meilen (22,9 km einfache Strecke vom Grotto Trailhead bis zum West Rim Trailhead am Lava Point); für eine Tageswanderung bis zur Abzweigung des Telephone Canyon Trail und zurück entsprechend kürzer.
Höhenunterschied: 1.060 m zwischen The Grotto und West Rim Trailhead
Zeitbedarf: 1 Tag für eine ausgedehnte Teilstrecke; 2 Tage oder mehr für die gesamte Route mit Übernachtung im Backcountry
Schwierigkeitsgrad: Anstrengend
Hinweise: Der Trail führt teilweise durch abgelegene und anspruchsvolle Landschaft. Trittsicherheit, gute Kondition und ausreichend Wasser sind erforderlich. Für Übernachtungen im Backcountry ist ein Wilderness-Permit erforderlich; übernachtet werden darf ausschließlich auf ausgewiesenen Campsites. Wer die Wanderung als Tagesausflug von The Grotto unternimmt, sollte wegen der langen Strecke rechtzeitig den Rückweg antreten. Vor einer geplanten Tour sollten beim National Park Service eventuelle Sperrungen und Einschränkungen sowie die Wetterbedingungen geprüft werden.
Vorzüge und Nachteile
⇑ Spektakuläre Landschaft und eindrucksvolle Fernblicke
⇑ Abseits des Scout Lookout einsam und ursprünglich
⇑ Lohnende Alternative zu Angels Landing
⇓ Erheblicher körperlicher und zeitlicher Aufwand