Upper Calf Creek Falls
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Die Upper Calf Creek Falls sind ein verstecktes Kleinod im Grand Staircase-Escalante National Monument. Eingebettet in eine abgeschiedene Schlucht stürzt das Wasser des Calf Creek rund 27 Meter über eine Felswand in ein von üppiger Vegetation umgebenes Becken. Der Kontrast zwischen dem trockenen Slickrock der umliegenden Wüstenlandschaft und der grünen Oase am Fuß des Wasserfalls macht den Ort zu einem reizvollen Wanderziel.
Die Wanderung zum oberen Wasserfall ist deutlich kürzer als der populäre Trail zu den Lower Calf Creek Falls, dafür aber wesentlich anspruchsvoller zu bewältigen, so dass man fast von einem kleinen Abenteuer sprechen kann. Bereits der steile Abstieg über blanken Fels vermittelt den Eindruck unberührter Wildnis. Einen eindeutig erkennbaren Weg mit Markierungen gibt es nicht, weshalb sich die Tour für Wanderer mit Entdeckergeist eignet. Der Lohn für die Querfeldein-Wanderung ist ein idyllischer Wasserfall, dessen beständiges Rauschen die Stille der abgelegenen Schlucht durchbricht.
Der Weg beginnt am Highway 12 direkt nördlich der Überquerung des Hogback, etwa auf halber Strecke zwischen den Ortschaften Boulder und Escalante. Von dem unscheinbaren Parkplatz auf der Westseite der Straße geht es über blanken Sandstein bergab. Verstreut umherliegende Basaltblöcke bilden einen auffälligen Kontrast zum hellen Navajo Sandstone. Nach dem anfänglichen Abstieg wird das Gelände etwas flacher. Der Weg führt nun durch eine offene Landschaft mit Wacholderbüschen und niedrigwüchsigen Kiefern, bevor er den Rand des inneren Canyons erreicht. Hier kündigt deutlich hörbares Rauschen bereits an, dass das Ziel in Reichweite ist.
Auf den verbleibenden Metern steigt der Trail weiter in die Schlucht hinab und erreicht schließlich den Fuß der Upper Calf Creek Falls. Das Wasser stürzt je nach Jahreszeit und Wasserstand mal mehr und mal weniger kraftvoll in eine kleine Gumpe, die von dichtem Grün und einem weit ausladenden Felsüberhang eingerahmt ist. In den Felswänden, die von dem Sprühnebel benetzt werden, haben sich Pflanzen angesiedelt. Der Kontrast zwischen der trockenen, felsigen Umgebung und der üppigen Vegetation am Wasser trägt zum Reiz dieses Ortes bei.
Der Upper Calf Creek Falls Trail ist mit insgesamt rund 3,5 Kilometern für Hin- und Rückweg zwar kurz, sollte wegen des Geländes aber nicht unterschätzt werden. Die Tour verlangt Trittsicherheit und einen guten Orientierungssinn. Die Route ist auf den blanken Felsflächen meist nicht ohne Weiteres erkennbar, wenngleich gelegentlich vorhandene Steinmännchen bei der Orientierung helfen. Auf dem Rückweg ist zudem der abschließende Aufstieg durchaus kräftezehrend. Wer die Anstrengung nicht scheut, wird mit einem intensiven Wüstenerlebnis belohnt, ohne sich allzu weit in die wilde Natur zu begeben.
So gelangt man hin
Anfahrt
Die Anfahrt erfolgt über den Highway 12. Der Trailhead liegt westlich der Straße zwischen Boulder und Escalante, in etwa zwischen den Meilenmarkierungen 80 und 81. Die unbefestigte Zufahrt ist nicht ausgeschildert; ein kurzer sandiger Weg, der bei Trockenheit gut zu befahren ist, führt zu einem kleinen Parkplatz. Von Boulder sind es ungefähr sieben Meilen, von Escalante rund 22 Meilen bis zum Trailhead.
Wanderung
Vom Parkplatz führt der Trail zunächst steil über offenen Slickrock bergab. Danach wird das Gelände vorübergehend flacher, und der Weg führt durch eine offene Landschaft. Nach rund 1,3 Kilometern erreicht man den Rand der inneren Schlucht. Von hier besteht die Möglichkeit, entweder am Canyonrand weiterzugehen und den Wasserfall aus einer erhöhten Position zu sehen, oder zur Basis der Upper Calf Creek Falls abzusteigen. Der Rückweg erfolgt auf derselben Route.
Für die gesamte Wanderung hin und zurück sollte man bis zu zwei Stunden einplanen.
Was zu beachten ist
Der Upper Calf Creek Falls Trail ist deutlich anspruchsvoller als der Weg zu den Lower Falls. Der Slickrock ist insbesondere beim Abstieg und später beim Aufstieg anspruchsvoll, und auf den offenen Felsflächen gibt es nur wenige eindeutige Wegspuren. Festes Schuhwerk, ausreichend Trinkwasser und Trittsicherheit sind daher wichtig. Bei großer Hitze sollte man die Wanderung möglichst nicht in der Mittagssonne unternehmen. Im Sommer können insbesondere nachmittags heftige Gewitter auftreten. Nach starken Regenfällen kann der Slickrock rutschig sein; bei Gewitter besteht in der Schlucht zudem die Gefahr von Sturzfluten und Blitzschlägen.