Zion Scenic Byway

Die Utah State Route 9 verbindet den Zion Nationalpark mit der Interstate 15 im Westen und dem U.S. Highway 89 im Osten. Damit ist sie nicht nur für den Tourismus eine wichtige Verkehrsader im Südwesten Utahs. Zugleich ist der Streckenverlauf mitten durch den Nationalpark und die angrenzenden Landschaften so reizvoll und historisch bedeutsam, dass die Straße zwischen La Verkin und Mount Carmel Junction zum Kreis National Scenic Byways, den schönsten Panoramarouten in den USA, gehört. Bekannt als Zion Scenic Byway, ist die Strecke ein Highlight, nach dem man nicht extra suchen muss. Die meisten Besucher der Region kommen hier zwangsläufig entlang und erfahren im Wortsinn einen Ort, der weit mehr ist als nur eine praktische Verbindung.

Zion Scenic Byway zwischen Zion Canyon und Tunnel

Mitten durch den Zion Nationalpark

Den landschaftlichen Höhepunkt bildet der mittlere Abschnitt innerhalb des Nationalparks. Vom Zion Canyon windet sich die Straße in engen Kehren die steilen Felsflanken hinauf und führt schließlich durch den Zion-Mount Carmel Tunnel. Das rund 1,7 Kilometer lange Bauwerk entstand zwischen 1927 und 1930. Seine Fertigstellung ermöglichte eine direkte Straßenroute vom Zion Nationalpark in Richtung Bryce Canyon. Der Tunnel gilt als bemerkenswerte Ingenieursleistung seiner Zeit und wurde als Historic Civil Engineering Landmark ausgezeichnet. Auch der Highway selbst ist im National Register of Historic Places eingetragen.

Am östlichen Tunnelportal

Östlich des Tunnels verändert sich die Landschaft. Die Straße führt durch eine Welt aus hellem Sandstein, dessen glatt geschliffene Flächen in welligen Formen die Gegend prägen. An manchen Stellen erinnern die geschwungenen Felsstrukturen an die berühmte Wave im Vermilion Cliffs National Monument. Derartige Formen sind für den Süden Utahs charakteristisch, doch entlang des Zion Scenic Byways lassen sie sich aus nächster Nähe betrachten. Am Highway sind eigens zahlreiche Haltebuchten angelegt.

Ein markanter Orientierungspunkt ist die Checkerboard Mesa nahe dem östlichen Parkausgang. Das helle Sandsteinmassiv fällt durch ein Netz aus horizontalen Schichtlinien und senkrechten Rissen auf. Wind, Wasser und Temperaturschwankungen haben die Oberfläche über lange Zeit geprägt. Mit dieser ungewöhnlichen Struktur gehört der Berg zu den bekanntesten Felsformationen im Osten des Nationalparks. In Sichtweite beginnt der East Rim Trail. Wer gute Kondition und Zeit hat, kann von hier aus in die Dramatik von Zion abseits der stark besuchten Areale des Parks eintauchen.

Zwischen Wacholder, Hügeln und hellem Sandstein

Hinter dem östlichen Parkeingang setzt sich die Route in Richtung Mount Carmel Junction fort. Dieser Abschnitt ist weniger dramatisch als die Strecke durch den Nationalpark selbst, hat aber seinen eigenen landschaftlichen Reiz. Der Highway führt durch offene, teils bewaldete Hügellandschaften, in denen Wacholder und andere typische Pflanzen des trockenen Hochlands wachsen. Zwischen Bäumen und Büschen tauchen immer wieder helle Sandsteinflächen auf, bevor sich die Straße stellenweise durch landwirtschaftlich genutztes Gelände zieht.

Möglichkeiten für einen größeren Zwischenstopp bieten die Zion Mountain Ranch und die Zion Ponderosa Ranch. Die Resorts liegen am östlichen Rand des Nationalparks und bieten Lodges, Gastronomie sowie Angebote für erlebnisorientierte Besucher – ideal für Reisende, die den Zion Scenic Byway nicht nur als Durchgangsstrecke nutzen, sondern die Landschaft abseits der Besucherströme intensiver auskosten möchten als dies eine kurze Stippvisite vermag.

Westliche Zufahrt durch weite Felsenlandschaft

Der westliche Abschnitt von La Verkin bis zum Zion Nationalpark ist ebenfalls alles andere als nur eine Zufahrt. Die Straße führt durch eine weite Felsenlandschaft, in der sich imposante Mesas und rote Abhänge bis zum Horizont erstrecken. Die flachen Gipfel und steilen Flanken verleihen der Gegend eine fast geometrische Wirkung. Manche Formationen scheinen mit geometrischer Präzision modelliert zu sein und erinnern durchaus an die Landschaften im Canyonlands Nationalpark oder dem Grand Canyon.

Das Zusammenspiel aus roten Felsen, offenen Ebenen und der Wechsel aus Licht und Schatten macht diesen Teil der Strecke entlang des Virgin River zu einem reizvollen Auftakt oder Abschluss einer Fahrt durch die Region. Inmitten dieser Traumlandschaft laden außerdem Sehenswürdigkeiten wie die gut erhaltene Geisterstadt Grafton oder die Kolob Terrace Road zu spannenden Abstechern ein. Letztere führt in eine entlegene Gegend des Nationalparks voller Kontraste.

Eine Klasse für sich

Die gesamte State Route 9 ist ungefähr 57 Meilen (92 Kilometer) lang. Das westlichste Teilstück zwischen der Interstate 15, Hurricane und La Verkin ist eher eine funktionale Verbindungsroute. Hier befinden sich aber immerhin mit dem Sand Hollow State Park und dem Quail Creek State Park zwei beliebte Erholungsgebiete.

Der landschaftlich interessante Teil liegt östlich von La Verkin. Vor allem der Abschnitt innerhalb des Nationalparks mit engen Kehren, dramatischen Ausblicken, dem historischen Tunnel und abwechslungsreichem Gelände reiht Erlebnisse und Eindrücke aneinander und ist damit eine Klasse für sich. Zusammen mit den roten Felslandschaften im Westen und der offenen Hochebene im Osten vermittelt die Route einen umfassenden Eindruck vom Facettenreichtum Utahs.

Die Würdigung der Straße als National Scenic Byway erfolgte im Jahr 2021. Sie ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt.Geläufige Namen sind Zion Scenic Byway und Zion-Mount Carmel Highway. Die Einheimischen sprechen meist nur von Route 9.

Der Zion Scenic Byway auf dem Weg aus dem Canyon zum Tunnel

Zion Scenic Byway Fakten

Länge
57 Meilen / 92 Kilometer

Reine Fahrtzeit
1,5 Stunden

Verlauf
Interstate 15 (Ausfahrt 16, Hurricane) – Hurricane – La Verkin – Springdale – Zion National Park – Mount Carmel Junction

Scenic Byway
Durchgehend als Scenic Byway des Staates Utah, von La Verkin bis zum östlichen Ende am U.S. Highway 89 als National Scenic Byway

Highlights

Bemerkungen
Auch wer den Zion Nationalpark nicht explizit besuchen möchte, muss für die Durchfahrt den regulären Parkeintritt bezahlen.

Wichtig für Besucher mit Wohnmobilen: Fahrzeuge mit einer Länge von mehr als 10,9 Metern, einer Breite von mehr als 2,39 Metern, einer Höhe von mehr als 3,45 Metern oder einem Gewicht von mehr als 22,68 Tonnen dürfen den Abschnitt des Zion-Mount Carmel Highway zwischen Canyon Junction und dem östlichen Parkeingang (East Entrance Station) nicht befahren. Für Gespanne gilt eine maximale Gesamtlänge von 15,24 Metern; der Abstand von der Anhängerkupplung bis zur Hinterachse des Anhängers darf höchstens 7,92 Meter betragen. Bei den Abmessungen sind auch Außenspiegel und Anbauten zu berücksichtigen.

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